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Lea Rossi
... und die Farbe des Heimwehs
Zugegeben, ein bisschen einfacher hatte ich mir unser neues Leben in Kanada schon vorgestellt. Die Bio-Saftbar, um die ich mich kümmern sollte, offenbarte sich als verlotterte Würstchenbude. Allein schon das Entsorgen leerer Ketchup-Flaschen dauerte zwei Stunden. Und dann diese Distanzen und dieser Verkehr! In Ottawa gibt es kaum öffentliche Verkehrsmittel. Arbeit, Schule – jeder Weg muss mit dem Auto zurückgelegt werden. Fast wäre mein anfänglicher Enthusiasmus flöten gegangen. Aber zum Glück sind die Leute wirklich sehr nett hier und halfen mir beim Renovieren, wo sie nur konnten. Vor einer Woche taten meine Freundin Rosie und ich den letzten Pinselstrich – in einem warmen Gelb.
Dass mein neues kleines Refugium durch und durch gelb werden sollte, ist meinem Jüngsten, Luca, geschuldet. Ich hatte ihn gebeten, mir mit Tusche ein Bild für den Laden zu malen. Ein Tag später präsentierte er mir sein Werk: ein Riesenbild mit einem Postauto, das über einen Berg fährt. Die Gäste sollen sehen, wie es in der Schweiz aussieht, meinte Luca. Bruno, mein Mann, lud darauf gleich das wohlbekannte Tü-taa-taa auf sein Handy. Sehr zur Gaudi unserer neuen Freunde, die ihn jetzt jedes Mal anrufen, wenn sie bei uns auf ein Barbecue vorbeikommen. Wenn der PostAuto-Klingelton künftig in ganz Ottawa zu hören ist, so ist das allein Brunos Verdienst.
Auch Leonie scheint sich dann und wann etwas nach unserer alten Heimat zu sehnen. Gestern hat sie mir auf Facebook die PostAuto-Website vorgeführt, von der sie jetzt Fan ist. Anschliessend bin ich sicher eine ganze Stunde auf den PostAuto-Seiten hängen geblieben. Sich zu überlegen, was wir im nächsten Urlaub in der Schweiz alles ansehen möchten, kann ja nicht schaden. Und wer weiss, vielleicht sind wir ja schneller wieder zurück, als wir denken!



